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Pipedrive für Systemhäuser und MSPs: Vertrieb und Renewals systematisch steuern

Systemhäuser und Managed Service Provider arbeiten gleichzeitig an Projekten und betreuen laufende Verträge. Beides geht unter, wenn kein System dahintersteht. Wie Pipedrive Neugeschäft und Bestandskundenentwicklung strukturiert — und warum das besonders für technische Teams einen Unterschied macht.

Laura Thiele
Mitarbeiterin mit Headset verwaltet Renewals in der Pipedrive-Pipeline eines Systemhauses mit Cloud-Infrastruktur im Hintergrund

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Deutschland gibt es laut Bitkom rund 96.000 IT-Unternehmen, viele davon wachsen ohne strukturierten Vertriebsprozess
  • MSPs und Systemhäuser haben zwei grundlegend verschiedene Vertriebsmodelle gleichzeitig: Projektgeschäft und wiederkehrende Verträge
  • Beides in einem System abzubilden ist der entscheidende Hebel für planbare Umsätze
  • Technische Mitarbeitende übernehmen im IT-Vertrieb oft Vertriebsaufgaben, ohne dafür eine Vertriebsstruktur zu haben
  • Vertragsverlängerungen, Cross-Selling und Lizenz-Renewals fallen systematisch durch das Raster, wenn sie nicht im CRM abgebildet sind
  • Pipedrive eignet sich für dieses Modell besonders gut: zwei getrennte Pipelines, automatische Wiedervorlagen, keine IT-Abteilung für die Einrichtung nötig

Eine Branche, die Vertrieb oft unterschätzt

Wer ein Systemhaus oder einen Managed Service Provider führt, hat in den meisten Fällen einen technischen Hintergrund. Das ist eine Stärke, die sich in der Qualität der Leistung zeigt. Im Vertrieb führt sie manchmal zu einer blinden Stelle.

Der IT-Dienstleistungsmarkt in Deutschland wächst seit Jahren stabil. Laut Bitkom hat die Branche 2024 erstmals die Schwelle von 220 Milliarden Euro Gesamtumsatz überschritten, getragen vom anhaltenden Bedarf an IT-Infrastruktur, Cloud-Migration und Managed Services. Die Nachfrage ist vorhanden. Das Problem vieler kleinerer Systemhäuser und MSPs liegt nicht auf der Angebotsseite, sondern darin, wie Vertrieb intern organisiert ist. Oder vielmehr: dass er es oft nicht ist.

Zwei Vertriebsmodelle, ein Team

Ein Systemhaus oder MSP führt zwei grundlegend verschiedene Vertriebsprozesse gleichzeitig. Und vermischt sie oft ungewollt.

Auf der einen Seite steht das Projektgeschäft: Ein Neukunde braucht eine neue Server-Infrastruktur, ein Unternehmen migriert in die Cloud, jemand benötigt ein neues WLAN-Konzept für drei Standorte. Das sind Einmalprojekte mit klar definiertem Anfang, Ende und Auftragsvolumen. Der Vertriebszyklus ist lang, oft mehrere Monate, und erfordert technische Beratung, Angebotserstellung und Verhandlung.

Auf der anderen Seite steht das Bestandsgeschäft: Managed Services, Wartungsverträge, Lizenz-Renewals, Supportverträge. Das sind wiederkehrende Umsätze mit festen Laufzeiten, die sich nicht von selbst verlängern. Läuft ein Vertrag aus und niemand meldet sich rechtzeitig, wandert der Kunde entweder zur Konkurrenz oder wechselt in eine ungeplante Vertragspause.

Beide Prozesse laufen in den meisten Systemhäusern parallel, aber selten in einem System. Das ist der Kern des Problems.

Warum der Vertrieb trotzdem oft nicht funktioniert

Techniker verkaufen mit, ohne Vertriebsstruktur zu haben

In kleinen und mittelgroßen Systemhäusern ist häufig kein dedizierter Vertriebsmitarbeitender vorhanden. Angebote schreiben und Kundengespräche führen: das machen die Techniker. Das funktioniert gut, solange das Volumen überschaubar ist. Sobald mehrere Kundenprojekte gleichzeitig laufen, bleibt Akquise liegen. Nicht weil niemand sie machen will, sondern weil niemand den Überblick hat, was gerade wo steht.

Angebote verschwinden in der Pipeline

Ein Angebot geht raus. Keine Antwort. Zwei Wochen später fragt jemand intern nach: "Haben wir von dem noch was gehört?" Meistens lautet die Antwort: "Ich glaube nicht." Nachfassen passiert, wenn es jemand im Kopf hat. Nicht systematisch.

Renewals fallen durch das Raster

Wartungsverträge und Managed-Service-Vereinbarungen laufen aus. Wer sie im Blick hat, ist im besten Fall der Buchhalter, der die Rechnung ausstellt. Den strategischen Schritt aber, also die Verlängerung aktiv ansprechen, Leistungsumfang anpassen, Cross-Selling anbieten, den geht selten jemand rechtzeitig. Oft erst dann, wenn der Kunde bereits mit einem anderen Anbieter gesprochen hat.

Das Wissen sitzt in Köpfen, nicht im System

Ein Techniker kennt seine Kunden gut. Er weiß, welche Infrastruktur läuft, was beim letzten Termin besprochen wurde, wo Bedarf entstehen könnte. Fällt er aus, geht in Urlaub oder verlässt das Unternehmen, ist dieses Wissen weg. Kein Protokoll, keine Notizen, kein nächster Schritt im System.

Was sich mit Pipedrive verändert

Ein CRM-System löst diese Probleme nicht durch mehr Bürokratie, sondern durch Struktur, die das Arbeiten leichter macht.

Pipeline 1: Neukundengeschäft und Projekte

Die erste Pipeline bildet den klassischen Vertriebsprozess ab: von der ersten Anfrage bis zum gewonnenen Projekt. Die Phasen richten sich nach dem realen Ablauf:

Anfrage eingegangen → Erstgespräch vereinbart → Bedarfsanalyse → Angebot verschickt → Verhandlung → Gewonnen / Verloren

Jeder Deal hat in Pipedrive immer eine offene Aktivität. Kein Angebot hängt ohne Nachfassdatum im System. Welche Angebote seit mehr als 14 Tagen keine Aktivität haben, ist auf einen Blick erkennbar. Das sind genau die Leads, die sonst still verloren gehen.

Außerdem lassen sich für jede Phase Pflichtfelder definieren. Ist der Entscheider bekannt? Gibt es ein Budget? Wurde die Bedarfsanalyse dokumentiert? Diese Felder sorgen dafür, dass Deals nicht mit unklarem Status in der Pipeline stehen. Und sie helfen technischen Mitarbeitenden, die kein Vertriebstraining haben, strukturiert vorzugehen.

Pipeline 2: Bestandskunden, Renewals und Upselling

Die zweite Pipeline ist für viele Systemhäuser die wichtigere. Und die, die am häufigsten fehlt.

Hier werden laufende Verträge abgebildet: Welcher Vertrag läuft wann aus? Welcher Managed-Service-Kunde hat seit drei Monaten keine Erweiterung gebucht? Bei welchem Kunden läuft die Lizenz in 60 Tagen ab?

Sinnvolle Phasen für diese Pipeline:

Aktiver Vertrag → Renewal fällig in 90 Tagen → Renewal-Gespräch geplant → Verlängerung verhandelt → Verlängert / Ausgelaufen

Pipedrive kann automatisch eine Aktivität anlegen, sobald ein Vertrag eine definierte Restlaufzeit erreicht. 90 Tage vor Vertragsende erscheint automatisch die Aufgabe "Renewal-Gespräch vorbereiten". Niemand muss daran denken. Das System erinnert.

Benutzerdefinierte Felder: Was für MSPs besonders relevant ist

Pipedrive lässt sich mit eigenen Feldern ausbauen, die genau die Informationen erfassen, die im IT-Dienstleistungsgeschäft wichtig sind.

Am Kontakt oder der Organisation: Betriebssystem-Umgebung, Anzahl der Arbeitsplätze, primärer Ansprechpartner (technisch und kaufmännisch), Netzwerkgröße.

Am Deal: Vertragsart (Managed Service, Projekt oder Lizenz), Vertragslaufzeit, Verlängerungsdatum, monatlicher Wiederkehrender Umsatz (MRR), zuständiger Techniker.

Diese Felder machen das CRM zu mehr als einer Kontaktdatenbank. Sie machen es zum Wissensspeicher für Kundenbeziehungen, unabhängig davon, welche Person gerade zuständig ist.

Wie das im Alltag aussieht

Ein Managed-Service-Vertrag läuft in drei Monaten aus. Pipedrive hat automatisch eine Aktivität angelegt: "Renewal-Gespräch vorbereiten." Der zuständige Account Manager öffnet den Deal, sieht die letzten Gesprächsnotizen, den aktuellen MRR und eine Notiz des Technikers: "Kunde hat nach erweiterten Backup-Optionen gefragt."

Das Telefonat läuft nicht als reines Verlängerungsgespräch, sondern als Beratungsgespräch. Die bestehende Leistung wird verlängert, und gleichzeitig wird ein erweitertes Backup-Paket besprochen. Aus einem Renewal wird ein Upselling-Gespräch, nicht weil das so geplant war, sondern weil das System die relevante Information zur richtigen Zeit sichtbar gemacht hat.

Dieses Gespräch hätte ohne CRM vielleicht nicht stattgefunden. Oder zu spät, wenn der Vertrag bereits ausgelaufen war.

Für wen das besonders sinnvoll ist

Pipedrive ist für Systemhäuser und MSPs dann besonders wertvoll, wenn das Team aus Technikern besteht, die auch Vertriebsaufgaben übernehmen und dafür eine einfache, klare Struktur brauchen. Wenn Verträge und Renewals manuell verwaltet werden und dabei regelmäßig etwas untergeht. Wenn das Wissen über Kunden an Einzelpersonen hängt und beim nächsten Krankheitsfall oder Personalwechsel verloren geht.

Weniger relevant ist Pipedrive als alleiniges System, wenn hochkomplexe Angebotskonfigurationen mit Stücklisten und technischen Spezifikationen im Vordergrund stehen. Dafür gibt es spezialisierte CPQ-Tools, die sich aber gut mit Pipedrive kombinieren lassen.

Fazit

Systemhäuser und MSPs haben eine strukturell gute Ausgangsposition für planbares Wachstum: Bestandskunden, wiederkehrende Verträge und technisches Vertrauen, das sich schwer nachahmen lässt. Was oft fehlt, ist die Infrastruktur, um dieses Potenzial auch wirklich auszuschöpfen.

Renewals, die pünktlich angesprochen werden. Upselling-Gespräche, die stattfinden, weil das System den richtigen Zeitpunkt markiert. Angebote, die nachgefasst werden, weil kein Deal ohne nächsten Schritt im System stehen bleibt. Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis eines einmal gut aufgesetzten CRM-Systems.

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